KEINE REINE FORMSACHE




Konzept
Situation
Vor dem neuen Verwaltungsgebäude an der Staubeggstrasse stehen weisse, puristische Marmorformen zwischen den Bäumen. Aus der Nähe erkennt man eine Gruppe individuell geformter Findlinge – jeder mit einer spiegelglatten, polierten Fläche.
Im Inneren des Gebäudes erscheinen dieselben Formen als weisse Steinchen im Boden: das zweidimensionale Pendant zu den plastischen Steinen im Aussenraum. Die Kiesel begleiten den Weg von aussen nach innen – dreidimensional und zweidimensional.
Idee
Jeder Stein ist anders – wie die individuellen Anliegen der Bevölkerung an die Verwaltung. Unterschiedliche Grössen symbolisieren unterschiedliche Projektumfänge.
Die organischen Steinformen werden von einer planen, polierten Fläche unterbrochen. Sie erlaubt den Blick ins Innere des Marmors und steht für das „Eintauchen“ in ein Thema, ein Gesuch, ein Projekt. Gleichzeitig verweist sie auf den administrativen Prozess: das Prüfen, Strukturieren und Festhalten auf Papier.
Der Weg von den dreidimensionalen Formen draussen zu den zweidimensionalen Steinchen drinnen – und zurück – visualisiert einen Ablauf: Anliegen erfassen, klären, bearbeiten und in die Praxis zurückführen.
Eine Metamorphose.
Der Titel Keine reine Formsache spielt sowohl auf die Steinformen als auch auf die Komplexität öffentlicher Dienstleistungen an: Verwaltung bedeutet individuelles, formgerechtes und praxisnahes Handeln – ein Pendeln zwischen Theorie und Praxis.
Eine gute Verwaltung ist eben keine reine Formsache.
Die Anzahl von 21 Findlingen ist bewusst gewählt und räumlich abgestimmt. Das Werk lässt Raum für weitere Assoziationen.
Intervention in die Architektur
Die puristischen, weissen Formen fügen sich in die klare Holzarchitektur ein und setzen zugleich einen weichen, skulpturalen Kontrapunkt zur linearen Fassade.
Umsetzung
Die Idee der polierten Marmorelemente ist vom Kunststeinboden im Gebäude inspiriert. Statt aus Flussbetten stammen die Steine aus dem Steinbruch Peccia und werden von Hand geformt, gesägt, geschliffen und poliert.
Material / Technik
Peccia-Marmor, 21 Steine von ca. 40 × 35 × 40 cm bis 110 × 90 × 90 cm, ca. 300–1 000 kg.
Transport durch regionale Partner. Direkt platziert und mit Bodendübeln verankert. Begeh- und nutzbar.
Witterungsbeständig, imprägniert, mit Graffitischutz.